Arbeiten

manhole covers

Foto von Stephan-Maria Aust bei der Arbeit in Großbritannien

Hier geht es um Sehen, Wahrnehmen und Zulassen von Standpunkten und Perspektiven. Wer hinschaut und andere Sichtweisen zulässt versteht die unbequemen Motive.

Auf Knien und Ellenbogen über Kopfsteinpflaster kriechend entsteht DAS Foto – physisch unbequem ist die Suche nach Perspektive, Lichtrichtung und Ausschnitt. Die Vorstellung was sich unterhalb der Motive befindet, ist ebenso unbequem, wie der Gestank, den sie oftmals verströmen. Ein Teil des Themas: 'Was verbirgt sich darunter?'

Die Bearbeitung des Materials gehört zum künstlerischen Prozess und verdichtet die Aussage. Ich setze Akzente durch Kontrast, Farbverstärkung oder Umsetzung in Schwarz/Weiß - Bilder werden niemals arrangiert.

'manhole covers' sind Unikate, wenige Motive sind Editionen.

La Tristesse

Ausschnitt aus 'La Tristesse – coming home'

Das Unsichtbare sichtbar machen ist auch Thema diese Werkreihe.

Die Motive strahlen Einsamkeit aus. Einsamkeit, bewusst nicht in der Natur gesucht, sondern in den für die Menschen bebauten Umgebungen, in der Künstlichkeit unserer Städte.

Einsamkeit entsteht durch fehlendes Bewusstsein und beginnt in jedem Menschen selbst. Hat er keine Wahrnehmung für sich, fehlt sie ihm für die anderen. Die Folge: ein tristes, monotones, depressiv anmutendes Nebeneinander.

Ich spüre die Einsamkeit der Menschen am Tag, wenn sie hektisch und angespannt durch die Städte hetzen. Ich sehe falsche Betriebsamkeit, höre geheuchelte Worte zwischen einsamen Menschen.

Einsamkeit: Tagsüber ist sie nur spürbar, weil das Bild davor ein anderes ist. Sobald es dämmert, wird sie sichtbar. Wo liegt die Wahrheit?

'La Tristesse' sind Unikate.

nightclouds

Foto eines Ausschnitts aus nightcloud Elfentanz

‚nightclouds' entstehen in Vollmondnächten. Die Mystik flüchtiger Wolkenformationen bildet ein einmaliges Momentum. In diesen vergänglichen Augenblicken lege ich den Lauf der himmlischen Veränderung frei.

Dem Betrachter steht es frei seine Gedanken schweben, seine Gefühle tanzen zu lassen und seiner Seele die Freiheit zu gewähren, ihre Sehnsüchte ans Firmament zu schreiben.

Ob harmonisch, ob bedrohlich, alles ist in Bewegung - immer. Nicht nur die Wolken erneuern sich mit jedem Wimpernschlag, selbst der scheinbar stillstehende Mond wandelt sich in jeder Sekunde.

Zur Verstärkung nutze ich Unschärfe und wähle lange Belichtungszeiten.

'nightclouds' sind ausschließlich Unikate.

sandlantic

sandlantic Spiel (mit) der Natur

'sandlantic' ist ein Spiel der Natur mit sich selbst. Wir alle kennen Kinder, wie sie stundenlang gedankenverloren am Strand sitzen, sich mit Sand und Wasser beschäftigen. Genauso ging es mir, als ich 'sandlantic' erforschte.

Die Wasseroberfläche spiegelt was sich unter ihr befindet und umgekehrt. Die Ähnlichkeit der Form von Wasser und Sand inspirierten mich. 'sandlantic' sind ähnlich wie 'nightclouds' einmalig. Kurz vor der Vergänglichkeit halte ich die Bewegung fest, obwohl sie sich eigentlich nicht festhalten lässt.

Die Faszination liegt im Flow, dem Weg in die Bewegung und dem Sein danach. Zunächst wirken die Motive hübsch und natürlich. Erst bei näherer Betrachtung lässt sich erspüren, dass die scheinbaren Muster die Anpassung an das unmittelbare 'Hier und Jetzt' verdeutlichen. Man stelle sich eine Hürde vor und wie dieses Hindernis sanft umflutet oder mitunter still unterspült wird. Wie viel Neues bildet sich und wie viel Gestaltungspotenzial ist vorhanden?

'sandlantic' sind ausschließlich Unikate.

emotionalien

emotionalien: Werke aus mehreren Schichten

'emotionalien' stellen Dogmen in Frage. Ich führe scheinbar unumstößliche Normen ad absurdum, indem ich die von Papierherstellern als unantastbares Heiligtum beschworenen Materialien 'entehre' und vor der Zusammenführung mit dem eigentlichen Motiv mit natürlichen Emulsionen bearbeite.

Teilweise werden die Bilder ergänzt mit einer Phiole, die die restliche Emulsion enthält - als eine zum Werk gehörende Reliquie. Assoziationen, teilweise zu verwegenen Lebensbereichen, sind erwünscht.

In der Verbindung aus digitaler und analoger Welt wird aus dem 'entweder-oder' ein fließendes 'sowohl-als-auch'. Das Eine geht in dem Anderen auf. Der digitale Datensatz des Motivs materialisiert sich durch die analog aufgebrachte Störschicht in direktem Bezug zum Motiv als unikale Symbiose.

'emotionalien' sind ausschließlich Unikate.

moving lights

Ausschnitt aus einem Werk der Projektreihe 'moving lights'

Verluste und Trennungen lösen Unsicherheiten aus. Das Wegdriften von scheinbarem Halt und das Auseinanderbrechen von Strukturen und Verstrickungen konfrontiert mit Ur-Ängsten.

In ‚moving lights’ experimentiere ich mit Formen verschiedener Unschärfen. Die bewusst falsch gelegte Unschärfe endet im freien Fall. Nicht wissen wohin wird verknüpft mit Fortbewegung. Und so münden Fokussierungs- und Bewegungsunschärfe in direkte Lichtmalerei.

Auch in diesem Projekt gebe ich keine fertige Interpretation vor. Ich ermutige den Betrachter, seinen Gefühlen und Emotionen freien Lauf zu lassen, damit eigene Bilder hervortreten können um ihre Geschichten zu erzählen.

blue emotions

Ausschnitt aus der Werkreihe 'blue emotions'

Zentraler Gestaltungsfaktor in 'blue emotions' ist stets ein Motiv, dass durch die Umlagerung anderer Farbinformationen eine quasi inszenierte Dynamik erhält.

Die artifizielle und unnatürliche Darstellung lässt die Bilder ungewöhnlich surreal erscheinen. Kontrastierende Kompositionen von Inhalt und Farbe ermöglichen dem Betrachter einen Vorstoß in eigene Sphären – jenseits von Fremdbeurteilung und Bewertung.

Abseits des formalen und kategorisierenden Denkens wirkt das Bedürfnis nach Klarheit in der Ferne zunächst ausgleichend, beruhigend und mäßigend. Doch trotz scheinbarer Harmonie, Sympathie und Zufriedenheit bleibt eine Sehnsucht offen/ungestillt.